Under the Silver Lake: neo-noir und moderne femmes fatales

Er scheint einer der aufstrebenden Jungregisseure Hollywoods zu sein, zumindest in Bezug auf seine Filmographie, denn mit einem Alter von 44 Jahren gehört er höchstens in Hollywood noch zur jungen Altersgruppe. David Robert Mitchell nutzte 2016 mit It Follows die Innovationsarmut des Horrorgenres aus, um nachhaltig auf sich aufmerksam zu machen. Sein Film stellte in jenem Jahr den jährlich auftretenden Hype des Horrors dar, so wie es ein Jahr später Get Out tat und 2018 Hereditary oder It comes at Night. Heute, zwei Jahre später wagt er sich an ein wesentlich schwieriger zu meisterndes Genre heran. Under the Silver Lake lässt sich grob dem neo-noir Thriller zuordnen und zeigt Anleihen an Genre-Vertretern wie Brick oder auch David Lynchs Blue Velvet. Das recht seltene Auftreten dieser Filmgattung sowie Mitchells durchaus gelungener Versuch bieten genug Anlass die Stilrichtung genauer zu untersuchen. Under the Silver Lake: neo-noir und moderne femmes fatales weiterlesen

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Operation Kino: Montage ist kein Experiment – Gastbeitrag von Julia Mehr

Filmfestivals sind eine tolle Gelegenheit, seine Sehgewohnheiten zu brechen. Mein Highlight im Programm sind dann immer die Kurzfilmwettbewerbe. Denn gerade für Kurzfilme fehlt es meiner Meinung nach an Möglichkeiten der Distribution neben der Festival-Szenerie. Maximal werden Kurzfilme als Vorfilme zum Hauptfilm gezeigt. Dabei erzählen sie in kürzester Zeit eine Geschichte – und das ist eine Kunst! Operation Kino: Montage ist kein Experiment – Gastbeitrag von Julia Mehr weiterlesen

Kopfkino: Zwischen räumlicher Enge und freier Vorstellungskraft

Es lässt sich darüber streiten ob die Bildgewalt und die Möglichkeit große, schöne Bilder auf großen Leinwänden abzubilden als größte Stärke des Kinos anzusehen ist. Ein Genre des Films widerspricht dieser These jedoch grundsätzlich und schafft es dennoch beeindruckende Bilder zu schaffen, die jeder Zuschauer für sich selbst zeichnet. Kopfkino: Zwischen räumlicher Enge und freier Vorstellungskraft weiterlesen

Stadtbilder: Repräsentation von Städten im Film

Die Abbildung des Wirklichen durch das Medium Film wird seit seiner Erfindung diskutiert, ob aus kritisch reflektierter oder inszenierend schöpferischer Perspektive. Werkzeuge wie etwa Kameraführung und Farbgebung auf der Bildebene, Musik und Sprache auf der Tonebene oder die narrative Verkettung von Bildern und Szenen ermöglichen es den Schöpfern um den Regisseur den Zuschauer mit diversen Repräsentationen zu konfrontieren. Gerade am Beispiel von Städten, lässt sich die Nähe (oder Ferne) dieser zu den realen Orten anschaulich diskutieren. Stadtbilder: Repräsentation von Städten im Film weiterlesen

Blue Velvet: David Lynch’s seltsame Welt des Guten und Bösen

Nach der Rückkehr aus der Sommerpause: David Lynch’s Film Blue Velvet ist eine vielschichtige, in Teilen surreale Abhandlung menschlicher Konflikte. Die klassische Dichotomie Gut gegen Böse wird ebenso personifiziert und symbolisch aufbereitet wie das alles überragende Thema Traum gegen Realität. Es zeigen sich schon Mitte der 1980er Jahre Stilmittel und Interessen Lynchs, wie sie später noch in Twin Peaks auftauchen sollen. Lynch demontiert durch geschickte und teils ironisch plakative Mittel die perfekte Welt der amerikanischen Vorstadt und lässt den Zuschauer durch Kyle Maclachlans Augen hinter die Fassade blicken. Blue Velvet: David Lynch’s seltsame Welt des Guten und Bösen weiterlesen