Female Leads: Margot Robbie

„Who? Who? What are you a fuckin‘ owl?“. Diese Frage stellen bei dem Namen Margot Robbie im Jahr 2019 sicherlich weniger Menschen als noch vor einiger Zeit, ist die an der Gold Coast in Autralien geborene Schauspielern doch mittlerweile auf dem Weg zu den A-Listern des internationalen, aber vor allem amerikanischen Films. Ihre Rolle in Martin Scorseses The Wolf of Wall Street verlieh ihrer Karriere 2013 einen rasanten Schub und lässt sie in den Folgejahren vielseitige Charaktere verkörpern.

Im Film I, Tonya verkörpert Robbie die Eiskunstläuferin Tonya Harding und begibt sich zugleich in eine Kulissum um den größten von der US-Öffentlichkeit geformten Strafprozess bis O.J. Simpson. In diesem clever stilisierten Film um die Chance des Aufstiegs und die amerikanische Schere zwischen Arm und Reich, bannt Robbie ihre eindrucksvollen Schauspielfähigkeiten perfekt auf die Leinwand und überzeugt nicht nur durch die glaubhafte körperliche Darstellung einer Ausnahmeeinskunstläuferin, sie trägt ebenso das Innenleben einer von Mutter, Ehemann und Öffentlichkeit gehassten Person subtil nach Außen. Margot Robbie verbildlicht in ihrer Interpretation den eindrucksvollen Kampf zwischen den überwältigenden Emotionen einer Jugendlichen und der Maxime der Fassungsbewahrung, die ihr von allen Seiten eingetrichtert wird. Eine Rolle die zuunrecht nicht mit größeren Auszeichnungen bedacht wurde.

The Wolf of Wallstreet | Mary, Queen of Scots | Once upon a time in Hollywood…

Ebenfalls nicht mit Auszeichnungen, allerdings mit einem Sequel, wurde Robbies Rolle der Harley Quinn, welche sie im im Januar erscheinenden Film Birds of Prey: The Emamcipation of Harley Quinn erneut darstellt, bedacht. Ob sich der Film mit seinem männlichen Pendant – Joker – messen kann, oder ob Cathy Yan eher in Richtung des unsäglichen Vorgängerfilms dirigiert, wird sich herausstellen. Dass Robbie erneut das Highlight des Films wird, steht jedoch fast schon fest. Die neben Catwoman ikonischste der weiblichen Hauptfiguren der Batman-Vorlage wird durch eine ebenso interessante wie passende Darstellerin verkörpert. Margot Robbie schafft es die Rolle des auf den ersten Blick unschuldigen Blondchens, angemessen zu verkörpern; letztendlich sind jedoch der Wahnsinn und der Sadismus die Charakterzüge die Harley Quinn zu diesem Gesamtkunstwerk machen und der Figur auch erst ihre Vielschichtigkeit geben. Der Titel des Films deutet auch auf eine Loslösung Quinns von ihrem männlichen Gegenpart hin: Ein Auftreten des Harlequins ohne den Clown ist eher selten und bietet die Chance der Figur, wie auch ihrer Geschichte und Darstellung mehr Raum zu widmen.

Über die Darstellung Sharon Tates in Tarantinos Once Upon a Time in Hollywood… streiten sich Internet wie Kritiker. Vor allem die Belanglosigkeit der Szenen um die Figur Robbies irritiert viele Rezipienten. Die Ausschnitte aus dem Leben der Schauspielerin haben dabei allerdings einen klar kalkulierten Effekt, der auch durch das symphatische Schauspiel hervorgerufen wird. Die vollkommen konfliktfreien und alltäglichen Szenen aus dem Leben Sharon Tates sollen eine größere Fallhöhe gegenüber ihrer – dem Zuschauer bekannten – Ermordung schaffen. Durch die Umschreibung der Geschichte untergräbt der Regisseur die Erwartungen des Zuschauers. Der unterschwellige Aufbau von Sympathie mündet somit nicht wie erwartet in Furcht und Schrecken, sondern in unerwarteter Erleichterung und angenehmer Verwirrung.

I, Tonya | Bombshell | Birds of Prey

Emotionen von Freude bis Leid und Verzweiflung zeigt Margot Robbie im Film Mary, Queen of Scots, in dem sie neben Saoirse Ronan als eine von zwei Königinnen auftritt und die verunsicherte und von ihren männlichen Beratern zum Krieg angestachelt Queen Elisabeth verkörpert. Das Aufeinandertreffen der beiden Figuren bildet dabei das Highlight des Films und stellt Margot Robbie in die ungewöhnliche Rolle der aufgrund ihrer „Entstellung“ verunsicherten Widersacherin. Eine Facette die sie in Großproduktionen wie etwas The Legend of Tarzan, oder The Big Short nicht zeigen kann. Das Treffen der beiden zeigt die zerstörerische Macht des Patriarchats im England des 16. Jahrhunders und die Ohnmacht der eigentlich friedliebenden Regentinnen gegenüber dem männlich ausgeübten Druck durch Maniplation und Machtgier.

Demnächst ist Margot Robbie im FOX News Drama Bombshell zu sehen.



Titelbild: (c) Inez & Vinoodh, Vogue, July 2019

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