Videodrome: Die Glitschigkeit des David Cronenberg

Dieser Artikel entstand im Kontext der Blogparade Halloween Spezial: 31 Blogger’s Gruselstories auf Ma-Go Filmtipps; 31 Oktobertage, 31 Beiträge; und wurde am 3.10. veröffentlicht. Auch den Lesern von TBC soll dieser Text nicht vorenthalten werden. Viel Spaß.


„Lieber Leser,

heute gibt es etwas zum anschauen (Achtung die grafischen Inhalte des folgenden Films sind ab 18 Jahren freigegeben):

Mein Name ist Felix, ich bin Gründer und Autor von The Blog Cinematic und schreibe dort seit mehreren Jahren über vielfältige filmbezogene Themen. Der catchphrase meines Blog lautet: „Film als emotionalisierende Kunstform“.
Um dem extrem heißen Hochsommer einen umso schaurig-düsteren Herbst folgen zu lassen, möchte ich euch Leser heute mit einigen Impressionen aus David Kronenbergs Videodrome konfrontieren.

Videodrome ist eine Ausgeburt der 1980er Jahre und passt mit seiner heute trashigen Geschichte um fleischige VHS-Kassetten und seinen einzigartig glitschigen Cronenberg-Effekten ideal in diese nostalgisch verklärte Zeit. Dabei ist die Thematik um die Verrohung der Unterhaltungsmedien und die Einflussnahme auf die zuschauer auch heute noch aktuell, wenn auch nicht ganz auf die im Film gezeigte satirische und plakative Art und Weise.
Als ich den Film vor einigen Wochen das erste Mal sah, war ich fasziniert von der Machart des Splatters und der Effekte. Cronenberg war mir schon zuvor als großer, einflussreicher Filmemacher ein Begriff, ich hatte mich jedoch eher mit seinem jüngeren, weniger Horror-lastigen Werk beschäftigt.
Da lag ich nun eines Sommerabends entspannt vor dem Fernseher und wurde überrascht. Überrascht von der Faszination die Effekte auslösen können, welche zwar durch Ekel abschrecken, durch ihre Kreativität und die ungewöhnliche Umsetzung  jedoch Aufmerksamkeit fordern. Es ist schwierig das Gesehene zu beschreiben, die zwei passendsten Worte, die jene James Woods‘ auf dem Bildschirm passend beschreiben, sind: fleischig und glitschig. Mit diesen Adjektiven kam ich schon in eXistenZ in Berührung, da ich diesen jedoch vor langer Zeit und nur in Ausschnitten sah, war mir die Machart von Cronenbergs Effekten nur unterbewusst klar.
Ich möchte euch an dieser Stelle nicht mit Beschreibungen quälen, da mir diese tatsächlich auch nicht ganz leicht fallen, und lasse stattdessen die Bilder des Master of Gore mit seiner herrlichen Glitschigkeit selbst sprechen. Als Teil dieser Horrorreihe wirkt dies zudem vermutlich wesentlich stimmungsvoller. Have a look:

Hinweis: Einige beherzigenswerte Szenen habe ich auf Grund von Spoilern ausgelassen.

Death to Videodrome! Long live the new flesh!“

Videodrome

Ich möchte von Euch wissen: Welche Wirkungen haben Splattereffekte auf euch? Seid Ihr nur angeekelt oder spüren einige von euch ebenfalls eine seltsame Faszination für das übertrieben Blutige; vielleicht auch nur bei einigen Filmen, wie in diesem Fall bei mir?

…und einen angenehm glitschigen Oktober.“


Titelbild: (c) Universal Pictures

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7 Gedanken zu “Videodrome: Die Glitschigkeit des David Cronenberg

  1. Eine hohe Kunst Splatter nicht langweilig und ein bisschen peinlich zu offerieren, sondern anregend und amüsant, manche kleinen Filme schaffen das besser als größere Produktionen , Dr. Giggles ist einer meiner Lieblingssplatterfilme

    Gefällt 1 Person

  2. Ich denke richtig guter Splatter ist eben dann nur gut wenn er nicht nur zum kurz ablachen ist sondern eben wie bei Cronenberg durch Ekel und andere surreale Effekte eine Spannung erzeugt , einen gebannt sein lässt. Cronenberg ist da schon ein Meister auf dem Gebiet und ich würde ihn auch nicht in die Splatterschublade stecken, bei ihm ist einiges mehr dahinter. Wer ihn noch nicht kennt unbedingt mal einen seiner ersten Filme „Parasiten-Mörder“ (Shivers) schauen.
    VG Kathrin

    Gefällt 1 Person

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